Der Energiewende Index

Die Energiewende ist ein dynamischer Prozess, der längst begonnen hat. Der Energiewende-Index errechnet für sieben wichtige Themen, wie gut die Energiewende auf Zielkurs ist: je höher die Prozentwerte, desto besser. Die Prozentzahlen werden errechnet, indem der Ist-Wert des vergangenen Jahres mit dem Soll-Wert  einer erfolgreichen Energiewende verglichen wird: Wo müssten wir z.B. beim Ausbau der erneuerbaren Energien heute stehen, damit wir im Jahr 2020 die Energiewende-Ziele erreichen? Nur wenn bei einem Thema 100% des Sollwerts erreicht und das Kreissegment oben komplett grün ist, sind wir auf Zielkurs. Der Index basiert auf öffentlichen Zahlen. Er wird von der Umweltallianz in Zusammenarbeit mit dem unabhängigen Ingenieur-, Planungs- und Beratungsunternehmen Ernst Basler+Partner jährlich aktualisiert.
 
 

Klimaschutz

Wie steht es um die Schweizer CO2-Emissionen in für die Energiewende wesentlichen Bereichen?

Indikatoren

Emissionen der Stromerzeugung94 %

Indikatoren

Emissionen der Energienutzung80 %

Indikatoren

Emissionen für Konsum50 %

Emissionen der Stromerzeugung

Die Stromerzeugung der Schweiz ist verhältnismässig klimaverträglich. Die Schweiz ist hier fast auf dem Energiewende-Kurs. Damit das so bleibt, dürfen keine klimaschädlichen grossen Gaskraftwerke gebaut oder gar subventioniert werden.

Ist 2011:

0.272 Mio. t CO2

Soll 2011:

0.267 Mio. t CO2

94%

Emissionen der Energienutzung

In den letzten Jahren sind die Emissionen der gesamten Energienutzung nur leicht gesunken. Die Ziele des alten CO2-Gesetzes wurden verfehlt. Um die Klimaziele des aktuellen CO2-Gesetzes zu erreichen, müssen Verkehr und Gebäude deutlich klimafreundlicher werden und das Gesetz auch tatsächlich strikt umgesetzt werden.

Ist 2012:

36.55 Mio. t CO2

Soll 2012:

36.38 Mio. t CO2

80%

Emissionen für Konsum

Immer mehr hierzulande konsumierte Produkte werden im Ausland hergestellt und verursachen dort grosse CO2-Emissionen. Für eine echte Energiewende müssen wir den durch unseren Konsum verursachten CO2-Ausstoss im Inland und im Ausland verringern (und nicht bloss die klimaschädliche Produktion ins Ausland verlagern).

Ist 2011:

109.20 Mio. t CO2eq

Soll 2011:

76.39 Mio. t CO2eq

50%

 
 

Atomausstieg

Wie steht es mit dem schrittweisen Atomausstieg in der Schweiz und wie um die mit der Atomkraft verbundenen Risiken?

Indikatoren

Atomkraftwerke am Netz0 %

Atomkraftwerke am Netz

Aus Sicherheitsgründen sollten die Atomkraftwerke nach spätestens 40 Betriebsjahren abgeschaltet werden. Demnach dürften 2012 nur noch die AKW Gösgen und Leibstadt in Betrieb sein. Für eine echte Energiewende müssen die drei ältesten AKW Mühleberg sowie Beznau I und II umgehend vom Netz genommen werden. Es braucht einen Ausstiegsplan.

Ist 2012:

5 Atomkraftwerke

Soll 2012:

2 Atomkraftwerke

0%

 
 

Biodiversität

Wie steht es um wesentliche messbare Indikatoren der Biodiversität in der Schweiz, die durch die Energiewende beeinflusst werden?

Indikatoren

Totholz im Wald12 %

Totholz im Wald

5000 Arten sind in ihrem Überleben von ausreichend Totholz im Wald abhängig. Schon jetzt, zu Beginn der Energiewende, gibt es in der Mehrzahl der Schweizer Wälder nicht so viel Totholz, wie für die Erhaltung der Artenvielfalt erforderlich ist. Die Holznutzung muss daher effizient und naturverträglich erfolgen.

Ist 2006:

48 Bewertungspunkte

Soll 2006:

388 Bewertungspunkte

12%

 
 

Energieeffizienz

Wie steht es um die Energieeffizienz in der Schweiz in für die Energiewende wesentlichen Bereichen?

Indikatoren

Energieintensität der Wirtschaft65 %

Indikatoren

Stromverbrauch der Haushalte0 %

Indikatoren

Effizienz des Personenverkehrs0 %

Indikatoren

Effizienz der Gebäude0 %

Energieintensität der Wirtschaft

Die Schweizer Wirtschaft braucht seit Jahren kontinuierlich  weniger Energie, um einen Franken Wirtschaftsleistung zu generieren. Trotzdem ist der Umgang mit der heute billigen Energie immer noch viel zu verschwenderisch. Eine Lenkungsabgabe auf Energie würde effiziente Unternehmen belohnen und die Schweizer Wirtschaft insgesamt auf Effizienz trimmen.

Ist 2012:

0.510 kWh/CHF

Soll 2012:

0.508 kWh/CHF

65%

Stromverbrauch der Haushalte

Der Stromverbrauch der Privathaushalte ist seit 2005 pro Kopf praktisch konstant geblieben. Das reicht nicht für die Energiewende. Ein Stromeffizienzziel in der Verfassung  würde der Effizienz die nötige politische Priorität geben. Mit besseren Rahmenbedingungen liesse sich die Verschwendung stark bremsen.

Ist 2011:

2330 kWh/Kopf

Soll 2011:

2285 kWh/Kopf

0%

Effizienz des Personenverkehrs

Der Energieverbrauch, um eine Person 1 km weit zu transportieren, geht seit dem Jahr 2000 leicht, aber stetig zurück. Doch er ist immer noch zu hoch, weil der energieintensive Autoverkehr dominiert und die Schweizer besonders ineffiziente Autos kaufen. Es braucht weniger motorisierten Verkehr und effizientere Fahrzeuge.

Ist 2011:

0.401 kWh/Pkm

Soll 2011:

0.397 kWh/Pkm

0%

Effizienz der Gebäude

Der pro-Kopf-Energiebedarf zum Heizen ist zwar deutlich niedriger als noch zehn Jahre zuvor- aber für den klimafreundlichen Gebäudepark der Energiewende noch viel zu hoch. Eine steigende CO2-Abgabe, mehr Geld fürs Gebäudeprogramm und höhere gesetzliche Anforderungen an neue und bestehende Gebäude sind nötig, um auf Zielkurs zu kommen.

Ist 2011:

6278 kWh/Kopf

Soll 2011:

6214 kWh/Kopf

0%

 
 

Erneuerbare Energien

Wie steht es um den Anteil erneuerbarer Energien in für die Energiewende wesentlichen Bereichen in der Schweiz?

Indikatoren

Anteil erneuerbarer Strom36 %

Indikatoren

Anteil erneuerbare Energien18 %

Anteil erneuerbarer Strom

Beim Ausbau der Photovoltaik macht die Schweiz zwar gute Fortschritte. Aber auf dem Pfad zu „100PRO“ (eine vollständig erneuerbare Stromerzeugung bis 2035) sind wir damit noch nicht. Wenn der Deckel für die kostendeckende Einspeisevergütung aufgehoben wird und ökologisch ungeeignete Projekte nicht mehr die Warteliste blockieren, rückt dieses Ziel der Energiewende in Reichweite.

Ist 2012:

57.7 %

Soll 2012:

59.4 %

36%

Anteil erneuerbare Energien

Jede fünfte in der Schweiz verbrauchte Kilowattstunde (kWh) stammt mittlerweile aus erneuerbaren Energien. 1990 war es nur jede sechste. In 2020 könnte es schon jede vierte kWh sein. Dafür geht es aber aktuell zu langsam voran. Erneuerbare Energien müssen daher auch im Verkehr und in Gebäuden vermehrt fossile Energien ersetzen und der Gesamtenergieverbrauch muss sinken.

Ist 2012:

21.0 %

Soll 2012:

22.1 %

18%

 
 

Wirtschaft und Soziales

Wie steht es um wesentliche messbare wirtschaftliche und soziale Indikatoren der Schweiz, die durch die Energiewende beeinflusst werden?

Indikatoren

Energieausgaben der Wirtschaft100 %

Indikatoren

Stromausgaben der Haushalte100 %

Indikatoren

Ausgaben für Energieimporte0 %

Energieausgaben der Wirtschaft

Gut jeden 20. Franken (5.5% des BIP) gibt die Schweiz für Energie aus. Dieser seit Jahren stabile Wert ist im internationalen Vergleich sehr niedrig. Der alternde Kraftwerkspark und der ohnehin nötige Netzumbau verlangen zwar Investitionen, welche die Schweizer Volkswirtschaft jedoch nicht aus dem Lot bringen werden. 

Ist 2012:

5.3 %

Soll 2012:

8.0 %

100%

Stromausgaben der Haushalte

Nicht einmal ein Prozent ihres Einkommens geben die Schweizer Haushalte für Strom aus. Im europäischen Vergleich ist das ein Tiefstwert. Selbst wenn die Haushaltsstrompreise steigen, bleibt Elektrizität für die Schweizer bezahlbar - zumal in den Haushalten grosse Energiesparpotenziale bestehen.

Ist 2012:

0.86 %

Soll 2012:

1.04 %

100%

Ausgaben für Energieimporte

Fast zwei Prozent der Schweizer Wertschöpfung fliesst ins Ausland für Energieimporte. Das ist der höchste Wert seit 2008. Mit einer gelungenen Energiewende würde dieser Wert stark sinken: Wenn die Schweiz auf Energiesparen und einheimische erneuerbare Energiequellen setzt, muss sie viel weniger Geld in die Öl- und Gasländer überweisen.

Ist 2012:

1.82 %

Soll 2012:

1.50 %

0%

 
 

Versorgungssicherheit

Wie steht es um die Sicherheit der Energieversorgung der Schweiz in für die Energiewende wesentlichen Bereichen?

Indikatoren

Stromausfälle98 %

Indikatoren

Gesicherte Leistung100 %

Indikatoren

Eigenversorgungsgrad54 %

Stromausfälle

34 Minuten lang kein Strom - 525'566 Minuten keine Probleme. So zeigte sich die Stromversorgung im Schweizer Durchschnitt 2012. Damit ist die Schweiz internationale Spitze. Bei der Umstellung der Stromversorgung von Atomkraft auf Sonne, Biomasse und Wind soll und kann das so bleiben.

Ist 2012:

34 Minuten

Soll 2012:

27 Minuten

98%

Gesicherte Leistung

Auch im Moment der höchsten Stromnachfrage muss der Schweizer Kraftwerkspark noch genügend Reserven bieten. Das war auch in 2012 kein Problem. 10% Sicherheit werden empfohlen; fast viermal so viel konnte die Schweiz aufweisen. Ein Spitzenwert, der durch die Energiewende nicht in Gefahr gerät.

Ist 2012:

4329 MW

Soll 2012:

1149 MW

100%

Eigenversorgungsgrad

Versorgungssicherheit bedeutet auch, den eigenen Energiebedarf nur aus verlässlichen Quellen zu beziehen. Ob Ölquellen im Nahen Osten und Gasfelder in Aserbaidschan dazu zählen, ist fraglich. Die Schweiz kann seit Jahren nur ein Fünftel ihres Energiebedarfs selbst bereitstellen. Dieser Wert wird durch die Energiewende deutlich besser.

Ist 2012:

22.9 %

Soll 2012:

23.6 %

54%