Der Energiewende Index

Die Energiewende ist ein dynamischer Prozess, der längst begonnen hat. Der Energiewende-Index errechnet für sieben wichtige Themen, wie gut die Energiewende auf Zielkurs ist: je höher die Prozentwerte, desto besser. Die Prozentzahlen werden errechnet, indem der Ist-Wert des vergangenen Jahres mit dem Soll-Wert  einer erfolgreichen Energiewende verglichen wird: Wo müssten wir z.B. beim Ausbau der erneuerbaren Energien heute stehen, damit wir im Jahr 2020 die Energiewende-Ziele erreichen? Nur wenn bei einem Thema 100 % des Sollwerts erreicht und das Kreissegment oben komplett grün ist, sind wir auf Zielkurs. Der Index basiert mehrheitlich auf öffentlichen Zahlen. Er wird von der Umweltallianz in Zusammenarbeit mit dem unabhängigen Ingenieur-, Planungs- und Beratungs­unternehmen Ernst Basler+Partner jährlich aktualisiert.
 
 

Klimaschutz

Wie steht es um die Schweizer CO2-Emissionen in für die Energiewende wesentlichen Bereichen?

Indikatoren

Emissionen der Stromerzeugung100 %

Indikatoren

Emissionen der Energienutzung77 %

Indikatoren

Emissionen für Konsum50 %

Emissionen der Stromerzeugung

Mit gegenüber dem Vorjahr gesunkenen Emissionen bleibt die Stromerzeugung der Schweiz verhältnismässig klimaverträglich. Die Schweiz ist hier fast auf dem Energiewende-Kurs. Damit das so bleibt, dürfen keine klimaschädlichen grossen Gaskraftwerke gebaut werden.

Ist 2012:

0.251 Mio. t CO2

Soll 2012:

0.253 Mio. t CO2

100%

Emissionen der Energienutzung

In den letzten Jahren sind die Emissionen der gesamten Energienutzung nicht ausreichend gesunken. Um die Klimaziele des CO2-Gesetzes zu erreichen, müssen Verkehr und Gebäude deutlich klimafreundlicher werden und das Gesetz muss strikt umgesetzt werden.

Ist 2013:

36.13 Mio. t CO2

Soll 2013:

35.82 Mio. t CO2

77%

Emissionen für Konsum

Immer mehr hierzulande konsumierte Produkte werden im Ausland hergestellt und verursachen dort grosse CO2-Emissionen. Für eine echte Energiewende müssen wir den durch unseren Konsum verursachten CO2-Ausstoss im Inland und im Ausland verringern (und nicht bloss die klimaschädliche Produktion ins Ausland verlagern).

Ist 2011:

109.20 Mio. t CO2eq

Soll 2011:

76.39 Mio. t CO2eq

50%

 
 

Atomausstieg

Wie steht es mit dem schrittweisen Atomausstieg in der Schweiz und wie um die mit der Atomkraft verbundenen Risiken?

Indikatoren

Risiko Atomenergie0 %

Indikatoren

Produktion hochradioaktiver Abfälle0 %

Risiko Atomenergie

Die Schweizer AKW sind technisch für eine Betriebsdauer von 40 Jahren ausgelegt. Danach steigt das Risiko Atomenergie stark an. Mit dem Wissen, dass jederzeit ein AKW-Unfall geschehen kann, stellen die 40 Jahre Betriebszeit die oberste Grenze des zu­mut­baren Risikos dar. Demnach müssten in 2013 drei der fünf Schweizer AKW abge­schaltet sein, weil sie über 40 Jahre alt sind. Stattdessen laufen bislang alle AKW unbegrenzt weiter.

Ist 2013:

10353 MWth

Soll 2013:

6602 MWth

0%

Produktion hochradioaktiver Abfälle

Hochradioaktive Abfälle (HAA) stellen eine bis heute ungelöste technische, gesellschaftliche und finanzielle Herausforderung dar und werden noch für mehrere Jahrtausende Mensch und Umwelt bedrohen. Die fortgesetzte, unverminderte Produktion von HAA durch alle fünf Schweizer AKW verstösst daher gegen die Grundprinzipien der Nachhaltigkeit.

Ist 2013:

53.7 tSM

Soll 2013:

34.8 tSM

0%

 
 

Biodiversität

Wie steht es um wesentliche messbare Indikatoren der Biodiversität in der Schweiz, die durch die Energiewende beeinflusst werden?

Indikatoren

Totholz im Wald12 %

Totholz im Wald

5000 Arten sind in ihrem Überleben von ausreichend Totholz im Wald abhängig. Schon jetzt, zu Beginn der Energiewende, gibt es in der Mehrzahl der Schweizer Wälder nicht so viel Totholz, wie für die Erhaltung der Artenvielfalt erforderlich ist. Die Holznutzung muss daher effizient und naturverträglich erfolgen.

Ist 2006:

48 Bewertungspunkte

Soll 2006:

388 Bewertungspunkte

12%

 
 

Energieeffizienz

Wie steht es um die Energieeffizienz in der Schweiz in für die Energiewende wesentlichen Bereichen?

Indikatoren

Energieintensität der Volkswirtschaft70 %

Indikatoren

Stromverbrauch der Haushalte0 %

Indikatoren

Effizienz des Personenverkehrs0 %

Indikatoren

Effizienz der Gebäude0 %

Energieintensität der Volkswirtschaft

Die Schweizer Wirtschaft braucht seit Jahren kontinuierlich weniger Energie, um einen Franken Wirtschaftsleistung zu generieren. Noch ist sie damit allerdings nicht voll auf Zielkurs. Eine Lenkungsabgabe auf Energie würde effiziente Unternehmen belohnen und die Schweizer Wirtschaft insgesamt auf Effizienz trimmen.

Ist 2013:

0.501 kWh/CHF

Soll 2013:

0.498 kWh/CHF

70%

Stromverbrauch der Haushalte

Der Stromverbrauch der Privathaushalte pro Kopf ist 2012 deutlich gesunken. Doch das reicht noch nicht für die Energiewende. Ein Stromeffizienzziel in der Verfassung würde der Effizienz die nötige politische Priorität geben. Mit besseren Rahmenbedingungen liesse sich die Verschwendung stark bremsen.

Ist 2013:

2279 kWh/Kopf

Soll 2013:

2240 kWh/Kopf

0%

Effizienz des Personenverkehrs

Der Energieverbrauch, um eine Person 1 km weit zu transportieren, geht seit dem Jahr 2000 leicht, aber stetig zurück. Doch er ist immer noch zu hoch, weil der energieintensive Autoverkehr dominiert und die Schweizer häufig noch besonders ineffiziente Autos fahren.

Ist 2012:

0.395 kWh/Pkm

Soll 2012:

0.391 kWh/Pkm

0%

Effizienz der Gebäude

Der pro-Kopf-Energiebedarf zum Heizen sinkt zwar weiter konstant, aber er bleibt für den klimafreundlichen Gebäudepark der Energiewende noch viel zu hoch. Eine steigende CO2-Abgabe, mehr Geld fürs Gebäudeprogramm und höhere gesetzliche Anforderungen an bestehende Gebäude sind nötig, um auf Zielkurs zu kommen.

Ist 2012:

6149 kWh/Kopf

Soll 2012:

6063 kWh/Kopf

0%

 
 

Erneuerbare Energien

Wie steht es um den Anteil erneuerbarer Energien in für die Energiewende wesentlichen Bereichen in der Schweiz?

Indikatoren

Anteil erneuerbarer Strom19 %

Indikatoren

Anteil erneuerbare Energien0 %

Anteil erneuerbarer Strom

Der Anteil erneuerbaren Stroms steigt zwar kontinuierlich. Aber auf dem Pfad zu einer vollständig erneuerbare Stromerzeugung bis 2035 sind wir damit noch nicht. Wenn der Deckel für die kostendeckende Einspeisevergütung aufgehoben wird und ökologisch ungeeignete Projekte nicht mehr die Warteliste blockieren, rückt dieses Ziel der Energiewende in Reichweite.

Ist 2013:

58.0 %

Soll 2013:

61.1 %

19%

Anteil erneuerbare Energien

Mehr als jede fünfte in der Schweiz verbrauchte Kilowattstunde (kWh) stammt mittlerweile aus erneuerbaren Energien. 1990 war es nur jede sechste. In 2020 könnte es schon jede vierte kWh sein. Dafür geht es aber aktuell zu langsam voran. Erneuerbare Energien müssen daher auch im Verkehr und in Gebäuden vermehrt fossile Energien ersetzen und der Gesamtenergieverbrauch muss sinken.

Ist 2013:

21.1 %

Soll 2013:

23.4 %

0%

 
 

Wirtschaft und Soziales

Wie steht es um wesentliche messbare wirtschaftliche und soziale Indikatoren der Schweiz, die durch die Energiewende beeinflusst werden?

Indikatoren

Energieausgaben der Volkswirtschaft100 %

Indikatoren

Stromausgaben der Haushalte100 %

Indikatoren

Ausgaben für Energieimporte0 %

Energieausgaben der Volkswirtschaft

Gut jeden 20. Franken gibt die Schweiz für Energie aus. Dieser seit Jahren stabile Wert ist im internationalen Vergleich sehr niedrig. Der alternde Kraftwerkspark und der ohnehin nötige Netzumbau verlangen zwar Investitionen, welche die Schweizer Volkswirtschaft jedoch nicht aus dem Lot bringen werden. 

Ist 2013:

5.1 %

Soll 2013:

8.0 %

100%

Stromausgaben der Haushalte

Nicht einmal ein Prozent ihres Einkommens geben die Schweizer Haushalte für Strom aus. Im europäischen Vergleich gehört dies zu den tiefsten Werten. Selbst wenn die Haushaltsstrompreise steigen, bleibt Elektrizität für die Schweizer bezahlbar - zumal in den Haushalten grosse Energiesparpotenziale bestehen.

Ist 2013:

0.85 %

Soll 2013:

1.15 %

100%

Ausgaben für Energieimporte

Fast zwei Prozent der Schweizer Wertschöpfung fliesst ins Ausland für Energieimporte – so viel wie im vergangenen Jahr. Mit einer gelungenen Energiewende würde dieser Wert stark sinken: Wenn die Schweiz auf Energiesparen und einheimische erneuerbare Energiequellen setzt, muss sie viel weniger Geld in die Öl- und Gasländer überweisen.

Ist 2013:

1.82 %

Soll 2013:

1.48 %

0%

 
 

Versorgungssicherheit

Wie steht es um die Sicherheit der Energieversorgung der Schweiz in für die Energiewende wesentlichen Bereichen?

Indikatoren

Stromausfälle100 %

Indikatoren

Gesicherte Leistung100 %

Indikatoren

Eigenversorgungsgrad3 %

Stromausfälle

Nur 25 Minuten lang kein Strom - 525'575 Minuten keine Probleme. Mit diesem Rekordwert zeigte sich die Stromversorgung im Schweizer Durchschnitt 2013. Damit bleibt die Schweiz internationale Spitze. Bei der Umstellung der Stromversorgung von Atomkraft auf Sonne, Biomasse und Wind soll und kann das so bleiben.

Ist 2013:

25 Minuten

Soll 2013:

29 Minuten

100%

Gesicherte Leistung

Auch im Moment der höchsten Stromnachfrage muss der Schweizer Kraftwerkspark noch genügend Reserven bieten. Das war auch in 2013 kein Problem. 10% Sicherheit werden empfohlen; mehr als fünfmal so viel konnte die Schweiz aufweisen. Ein Spitzenwert, der durch die Energiewende nicht in Gefahr gerät.

Ist 2013:

5453 MW

Soll 2013:

1030 MW

100%

Eigenversorgungsgrad

Versorgungssicherheit bedeutet auch, möglichst wenig Energie aus unzuverlässigen Quellen wie Russland oder dem Nahen Osten zu beziehen. Die Schweiz kann seit Jahren nur ein Fünftel ihres Energiebedarfs selbst bereitstellen – im vergangenen Jahr ist dieser Wert sogar leicht gesunken.

Ist 2013:

22.4 %

Soll 2013:

24.7 %

3%