Der Energiewende Index

Die Energiewende ist ein dynamischer Prozess, der längst begonnen hat. Der Energiewende-Index errechnet für sieben wichtige Themen, wie gut die Energiewende auf Zielkurs ist: je höher die Prozentwerte, desto besser. Die Prozentzahlen werden errechnet, indem der Ist-Wert des vergangenen Jahres mit dem Soll-Wert  einer erfolgreichen Energiewende verglichen wird: Wo müssten wir z.B. beim Ausbau der erneuerbaren Energien heute stehen, damit wir im Jahr 2020 die Energiewende-Ziele erreichen? Nur wenn bei einem Thema 100 % des Sollwerts erreicht und das Kreissegment oben komplett grün ist, sind wir auf Zielkurs. Der Index basiert mehrheitlich auf öffentlichen Zahlen. Er wird von der Umweltallianz in Zusammenarbeit mit dem unabhängigen Ingenieur-, Planungs- und Beratungs­unternehmen Ernst Basler+Partner jährlich aktualisiert.
 
 

Klimaschutz

Wie steht es um die Schweizer CO2-Emissionen in für die Energiewende wesentlichen Bereichen?

Indikatoren

Emissionen der Stromerzeugung100 %

Indikatoren

Emissionen der Energienutzung86 %

Indikatoren

Emissionen für Konsum50 %

Emissionen der Stromerzeugung

Mit erneut gegenüber dem Vorjahr gesunkenen Emissionen bleibt die Stromerzeugung der Schweiz klimaverträglich. Die Schweiz ist hier auf Energiewende-Zielkurs. Damit das so bleibt, dürfen keine erdgasbefeuerten Kraftwerke oder WKK-Anlagen gebaut werden.

Ist 2013:

0.23 Mio. t CO2

Soll 2013:

0.24 Mio. t CO2

100%

Emissionen der Energienutzung

In den letzten Jahren sind die Emissionen der gesamten Energienutzung stetig gesunken. Die Fortschritte reichen jedoch noch nicht aus, um die Klimaziele des CO2-Gesetzes und den Energiewende-Zielkurs zu erreichen. Vor allem im Verkehr und im Gebäudebestand gibt es grosse Klimaschutzpotenziale.

Ist 2014:

35.51 Mio. t CO2

Soll 2014:

35.26 Mio. t CO2

86%

Emissionen für Konsum

Viele hierzulande konsumierte Produkte werden im Ausland hergestellt und verursachen dort grosse CO2-Emissionen. Für eine echte Energiewende müssen wir den durch unseren Konsum verursachten CO2-Ausstoss im Inland und im Ausland verringern (und nicht bloss die klimaschädliche Produktion ins Ausland verlagern).

Ist 2011:

109.20 Mio. t CO2eq

Soll 2011:

76.39 Mio. t CO2eq

50%

 
 

Atomausstieg

Wie steht es mit dem schrittweisen Atomausstieg in der Schweiz und wie um die mit der Atomkraft verbundenen Risiken?

Indikatoren

Risiko Atomenergie0 %

Indikatoren

Produktion hochradioaktiver Abfälle0 %

Risiko Atomenergie

Die Schweizer AKW sind technisch für eine Betriebsdauer von 40 Jahren ausgelegt. Danach steigt das Störfallrisiko stark an. Jederzeit kann ein AKW-Unfall geschehen - aber die 40 Jahre Betriebszeit stellen die oberste Grenze des zumutbaren Risikos dar. Demnach müssten in 2014 demnach drei der fünf Schweizer AKW abgeschaltet sein, weil sie über 40 Jahre alt sind. Stattdessen laufen bislang alle AKW ohne Laufzeitbegrenzung weiter.

Ist 2014:

10521 MWth

Soll 2014:

6602 MWth

0%

Produktion hochradioaktiver Abfälle

Hochradioaktive Abfälle (HAA) stellen eine bis heute ungelöste technische, gesellschaftliche und finanzielle Herausforderung dar und werden noch für mehrere Jahrtausende Mensch und Umwelt bedrohen. Die fortgesetzte, unverminderte Produktion von HAA durch alle fünf Schweizer AKW verstösst daher gegen die Grundprinzipien der Nachhaltigkeit.

Ist 2014:

58 tSM

Soll 2014:

38.9 tSM

0%

 
 

Biodiversität

Wie steht es um wesentliche messbare Indikatoren der Biodiversität in der Schweiz, die durch die Energiewende beeinflusst werden?

Indikatoren

Totholz im Wald12 %

Indikatoren

Eingriff durch neue Wasserkraftwerke24 %

Indikatoren

Ökologische Sanierung von Wasserkraftwerken16 %

Totholz im Wald

5000 Arten sind in ihrem Überleben von ausreichend Totholz im Wald abhängig. Schon jetzt, zu Beginn der Energiewende, gibt es in der Mehrzahl der Schweizer Wälder nicht so viel Totholz, wie für die Erhaltung der Artenvielfalt erforderlich ist. Die Holznutzung muss daher effizient und naturverträglich erfolgen.

Ist 2006:

48 Bewertungspunkte

Soll 2006:

388 Bewertungspunkte

12%

Eingriff durch neue Wasserkraftwerke

Die Gewässer der Schweiz waren durch den weltweit höchsten Nutzungsgrad bereits vor Beginn der Energiewende übermässig durch Wasserkraft beeinträchtigt. Der Neubau von zahlreichen Kleinwasserkraftwerken - oft auch noch in schützenswerten Gewässerabschnitten - verschärft die Situation weiter.

Ist 2014:

24 Bewertungspunkte

Soll 2014:

100 Bewertungspunkte

24%

Ökologische Sanierung von Wasserkraftwerken

Die meisten Wasserkraftwerke in der Schweiz werden wichtigen Anforderungen des Gewässerschutz nicht gerecht, weil sie auf alten Konzessionen beruhen. Noch nutzen zu wenige Kraftwerksbetreiber die Möglichkeit, bestehende Anlagen ökologisch zu sanieren und mit dem Qualitätslabel "naturemade star" zertifizieren zu lassen.

Ist 2014:

4.6 %

Soll 2014:

12.7 %

16%

 
 

Energieeffizienz

Wie steht es um die Energieeffizienz in der Schweiz in für die Energiewende wesentlichen Bereichen?

Indikatoren

Energieintensität der Volkswirtschaft62 %

Indikatoren

Stromverbrauch der Haushalte0 %

Indikatoren

Effizienz des Personenverkehrs0 %

Indikatoren

Effizienz der Gebäude0 %

Energieintensität der Volkswirtschaft

Die Schweizer Wirtschaft braucht seit Jahren kontinuierlich weniger Energie, um einen Franken Wirtschaftsleistung zu generieren. Das ist gut, aber noch nicht voll auf Zielkurs. Eine Lenkungsabgabe auf Energie würde effiziente Unternehmen belohnen und die Schweizer Wirtschaft insgesamt auf Effizienz trimmen.

Ist 2014:

0.493 kWh/CHF

Soll 2014:

0.489 kWh/CHF

62%

Stromverbrauch der Haushalte

Der witterungsbereinigte Stromverbrauch der Privathaushalte pro Kopf ist 2014 gegen den Trend der letzten Jahre gestiegen und liegt damit deutlich über dem Zielpfad. Instrumente wie ein Sparbonus für Stromnetzbetreiber, die sich gegen Stromverschwendung bei ihren Kunden engagieren, würden helfen, auf Zielkurs zu kommen.

Ist 2014:

2304 kWh/Kopf

Soll 2014:

2218 kWh/Kopf

0%

Effizienz des Personenverkehrs

Der Energieverbrauch, um eine Person 1 km weit zu transportieren, geht seit Jahrenzurück. Doch er ist immer noch zu hoch, weil der energieintensive Autoverkehr dominiert und die Schweizer häufig noch besonders ineffiziente Autos fahren.

Ist 2013:

0.391 kWh/Pkm

Soll 2013:

0.378 kWh/Pkm

0%

Effizienz der Gebäude

Der pro-Kopf-Energiebedarf zum Heizen sinkt zwar weiter konstant, aber er bleibt für den energiewendegerechten Gebäudepark noch viel zu hoch. Die weiter steigende CO2-Abgabe, mehr Geld fürs Gebäudeprogramm und höhere gesetzliche Anforderungen an bestehende Gebäude sind nötig, um auf Zielkurs zu kommen.

Ist 2013:

6038 kWh/Kopf

Soll 2013:

5911 kWh/Kopf

0%

 
 

Erneuerbare Energien

Wie steht es um den Anteil erneuerbarer Energien in für die Energiewende wesentlichen Bereichen in der Schweiz?

Indikatoren

Anteil erneuerbarer Strom53 %

Indikatoren

Anteil erneuerbare Energien0 %

Anteil erneuerbarer Strom

Der Anteil erneuerbaren Stroms ist 2014 markant angestiegen – die Stromwende nimmt an Fahrt auf. Aber auf dem Pfad zu einer vollständig erneuerbaren Stromerzeugung bis 2035 sind wir damit noch nicht. Wenn der Deckel für die kostendeckende Einspeisevergütung auf mindestens 2.3 Rp/kWh angehoben wird und ökologisch ungeeignete Projekte nicht mehr die Warteliste blockieren, rückt dieses Ziel in Reichweite.

Ist 2014:

60.5 %

Soll 2014:

62.9 %

53%

Anteil erneuerbare Energien

Mehr als jede fünfte in der Schweiz verbrauchte Kilowattstunde (kWh) stammt mittlerweile aus erneuerbaren Energien. 1990 war es nur jede sechste. In 2020 könnte es schon jede vierte kWh sein. Dafür geht es aber aktuell zu langsam voran. Erneuerbare Energien müssen daher auch im Verkehr und in Gebäuden vermehrt fossile Energien ersetzen – z. B. wenn jede alte Ölheizung durch eine erneuerbare Heizungsanlage ersetzt wird.

Ist 2014:

21.4 %

Soll 2014:

24.8 %

0%

 
 

Wirtschaft und Soziales

Wie steht es um wesentliche messbare wirtschaftliche und soziale Indikatoren der Schweiz, die durch die Energiewende beeinflusst werden?

Indikatoren

Energieausgaben der Volkswirtschaft100 %

Indikatoren

Stromausgaben der Haushalte100 %

Indikatoren

Ausgaben für Energieimporte96 %

Energieausgaben der Volkswirtschaft

Weniger als jeden 20. Franken gibt die Schweiz für Energie aus. Dieser 2014 nochmals gesunkene Wert ist im internationalen Vergleich sehr niedrig. Auch im Zuge der Energiewende werden die Ausgaben für Energie die Schweizer Volkswirtschaft nicht aus dem Lot .

Ist 2014:

4.6 %

Soll 2014:

8.0 %

100%

Stromausgaben der Haushalte

Nicht einmal ein Prozent ihres Einkommens geben die Schweizer Haushalte für Strom aus. Im europäischen Vergleich gehört dies zu den tiefsten Werten. Selbst wenn die Haushaltsstrompreise steigen, bleibt Elektrizität für die Schweizer bezahlbar - zumal in den Haushalten grosse Energiesparpotenziale bestehen.

Ist 2014:

0.84 %

Soll 2014:

1.18 %

100%

Ausgaben für Energieimporte

Dank der milden Witterung und dem niedrigen Ölpreis musste die Schweiz 2014 deutlich weniger für Energieimporte ans Ausland zahlen. Trotz dieser günstigen Ausgangslage fliessen immer noch 9.5 Mrd. SFR nach Libyen & Co. Wenn die Schweiz auf Energiesparen und einheimische erneuerbare Energiequellen setzt, muss sie noch weniger Geld in die Öl- und Gasländer überweisen.

Ist 2014:

1.464 %

Soll 2014:

1.461 %

96%

 
 

Versorgungssicherheit

Wie steht es um die Sicherheit der Energieversorgung der Schweiz in für die Energiewende wesentlichen Bereichen?

Indikatoren

Stromausfälle100 %

Indikatoren

Gesicherte Leistung100 %

Indikatoren

Eigenversorgungsgrad25 %

Stromausfälle

Nur 22 Minuten lang kein Strom - 525'578 Minuten keine Probleme. Mit diesem neuerlichen Rekordwert zeigte sich die Stromversorgung im Schweizer Durchschnitt 2014. Damit bleibt die Schweiz europäische Spitze. Bei der Umstellung der Stromversorgung von Atomkraft auf Sonne, Biomasse und Wind soll und kann das so bleiben.

Ist 2014:

22 Minuten

Soll 2014:

29 Minuten

100%

Gesicherte Leistung

Auch im Moment der höchsten Stromnachfrage muss der Schweizer Kraftwerkspark noch genügend Reserven bieten. Das war auch in 2014 kein Problem. 10% Sicherheit werden empfohlen; sechsmal so viel konnte die Schweiz aufweisen. Ein Spitzenwert, der durch die Energiewende nicht in Gefahr gerät.

Ist 2014:

6077 MW

Soll 2014:

1008 MW

100%

Eigenversorgungsgrad

Versorgungssicherheit bedeutet auch, möglichst wenig Energie aus unzuverlässigen Quellen wie Russland oder Libyen zu beziehen. Die Schweiz konnte 2014 knapp ein Viertel ihres Energiebedarfs selbst bereitstellen – auch dank der milden Witterung. Mit einer Energiewende auf der Basis von Effizienz und einheimischen erneuerbaren Energien würde unsere Versorgungssicherheit noch deutlich besser.

Ist 2014:

23.4 %

Soll 2014:

25.7 %

25%